Vereinschronik

Vereinschronik des FV Walleshausen

Am Nachmittag des 24. März 1959 kamen im Gasthaus Geiger 36 Fußballinteressierte zusammen, um einen Fußballverein zu gründen und eine Mannschaft aufzubauen. Gewählt wurde zum 1. Vorstand Karl Schnappinger, zum 2. Vorstand Johann Zettl, zum Schriftführer Fanz Haftl. sen., und Rudi Wiesner zum Kassier. Man beschloss auf dieser Gründungsversammlung sich „FV“ für Fußballverein zu nennen. Aus heutiger Sicht nicht gerade glücklich gewählt, entstanden doch im Laufe der vergangenen Jahrzehnte einige andere Sparten, die in den FV Walleshausen zu integrieren waren.



Nach der offiziellen Vereinsgründung ging man mit großem Fleiß daran, den von der Familie Balleis zur Verfügung gestellten Grund in einen Fußballplatz zu verwandeln. Nachdem man monatelang mühevoll gegraben, geschaufelt und Steine entfernt hatte, stand der feierlichen Einweihung des Sportplatzes am 15. August 1959 nichts mehr im Wege. Welchen Stellenwert der Fußball in dieser Zeit hatte, wird durch die Zahl der Besucher bei den ersten Spielen von Weil gegen Egling (5-0) und Walleshausen gegen Scheuring (4-4) deutlich. Angeblich 800 Zuschauer bevölkerten die Hänge neben dem Fußballfeld.



Auch die Kameradschaft und Geselligkeit, so die Gründerväter, sei damals besser gewesen. Mangelnde Mobilität und ein geringeres Freizeitangebot haben sicher ihren Teil dazu beigetragen. Die damalige Begeisterung für den Fußball vermittelte offenbar vielen ein Gefühl von Gemeinsamkeit und Zusammengehörigkeit. Außerdem förderte sie wohl auch die Identifikation mit dem Ort und dem Verein. Mit dieser eigentlich erfreulichen Erscheinung war mitunter aber auch eine unangemessene Rivalität und eine spürbare Abgrenzung zu anderen Mannschaften und Vereinen verbunden. Lokalderbys waren oftmals von heftigen Sticheleien, von großer Verbissenheit und von rauher Gangart geprägt.



Lange Jahre musste man sich mit mehr oder minder guten Ausweichplätzen unterhalb vom Bartschuster, am Beerenmoosgraben und südlich unseres jetzigen Sportgeländes behelfen. Die damaligen Wasch- und Umkleidemöglichkeiten waren mehr als einfach. Sporttreibende von heute würden solche äußeren Umstände sicher als Zumutung empfinden.



Im Jahr 1968 konnte dann ein lang gehegter Wunsch realisiert werden. Unter Federführung unseres Ehrenvorsitzenden und damaligen 1. Vorstands Ernst Kölbl und Dank zahlreicher freiwilliger Helfer konnte an der Jahnstraße die neue Sportanlage (Sportheim mit Gaststätte, Umkleidekabinen und Kegelbahn) errichtet werden. Erweitert wurde die Anlage Jahre später durch ein zweites Fußballfeld inkl. Flutlichtanlage.



Wie bereits erwähnt, aus dem reinen Fußballverein der Gründerjahre entwickelte sich im Laufe der 70er und Anfang der 80er-Jahre ein Sportverein mit mehreren Sparten.



Nach Gründung der Sparte Tennis im Jahr 1975 dauerte es nicht mehr lange bis erste Abspaltungstendenzen spürbar wurden. Einige „Tennisler“ strebten mit Macht nach einem eigenen Verein. Ernst Kölbls Bemühen ging jedoch eindeutig dahin, auch sie in den sog. Gesamtverein zu integrieren. Heftige verbale Auseinandersetzungen waren über einen langen Zeitraum die Folge. Doch nach dem ein oder anderen „Misthaufen“ (ein friedenstiftendes Getränk) kamen sich insbesondere die Kontrahenten Kölbl und Stenzel persönlich und inhaltlich immer wieder näher und die oftmals sehr aufgeheizte Atmosphäre kühlte spürbar ab. Schließlich gelang es eine einvernehmliche Lösung zu finden.



Die Tennisspieler sind nun seit langem in einer gewissen Weise selbständig, haben ihr eigenes Terrain (Pavillon mit zwei und seit 2002 nun drei Sandplätzen) auf dem Sportgelände, also optimale Voraussetzungen, um unter dem Dach des Gesamtvereins ihren Sport auszuüben. Absolut unproblematisch war hingegen die Integration der anderen Sparten in den FVW. Die Wanderfreunde zum Beispiel, die in den 70er-Jahren eine Vielzahl von Volksmärschen organisierten bzw. an anderen Volksmärschen teilnahmen, richteten sich ganz auf den Gesamtverein aus.



Auch junge Damen des Vereins versuchten sich am runden (Fußball-)Leder. Mädchen und junge Damen aus Walleshausen und umliegenden Gemeinden absolvierten von 1971 bis 1980 ca. 200 Punkt- und Pokalspiele. Nach dem Start in die Punktspielrunde im Jahr 1972 hatten sie drei Jahre Später ihren größte Erfolg. Zur Freude auch vieler neugieriger und kritischer Männer wurden sie durch ein 4-1 über Biberach schwäbischer Pokalsieger. Ähnliches wäre den kickenden Damen beinahe in den beiden darauffolgenden Jahren erneut gelungen, doch war dann bereits jeweils im Halbfinale Endstation.



Mit Fertigstellung der Paartalhalle im Jahr 1983 eröffnete sich für den Verein die Möglichkeit, der immer größer werdenden Zahl von Mitgliedern, Hallensportarten anzubieten. Es etablierten sich seither Gymnastik-, Turn- und Tanzgruppen aller Altersklassen. Auch der Abteilung Tischtennis steht seit ihrer Gründung im Jahr 1983 die Halle zu Trainings- und Wettkampfzwecken zur Verfügung. Der Verein bietet also allen sportlich Interessierten ein breitgefächertes Betätigungsfeld. Das dies nicht nur für die Walleshauser gilt, belegen die zahlreichen Mitglieder der umliegenden Ortschaften wie Hausen, Kaltenberg, Petzenhofen, Unfriedshofen, Wabern, etc.



Ferner sind durch den Sport viele persönliche Kontakte, zwischenmenschliche Beziehungen und Freundschaften entstanden bzw. gepflegt worden. Besondere Erwähnung sollen dabei die engen und langandauernden Kontakte zu den Fußballern und deren Fangemeinde aus Heiligkreuz/Burgenland und Schlicht/Oberpfalz finden.